Geschichte

Am 21. Mai 1925 wurde das „Werdenfelser Bezirks-Museum“ eröffnet, das heutige Museum Werdenfels des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Seitdem ist es gewachsen, umgezogen, wurde erweitert und ist nun ein Kristallisationspunkt für die Schnittstelle zwischen Tradition und Gegenwart. 

Das Museum

Das Museum Werdenfels zeigt Typisches und Überraschendes, Kulturgeschichte, Kunst und Traditionen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, um das Wissen um Land und Leute zu bewahren. Es ist eines der bedeutendsten, regionalen, kulturhistorischen Museen in Bayern. 

Die Keimzelle des Museums Werdenfels war die für Lehrzwecke seit 1895 durch den Schuldirektor Anton Kiendl aufgebaute Muster- und Altertümersammlung der Distrikts- Zeichen- und Schnitzschule. Etwa 200 historische Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände waren bis 1920 gesammelt worden, um die künstlerische Gestaltungsfähigkeit der Schüler durch deren visuelles Vorbild zu schulen. Man wollte dadurch auch dem Niedergang von Handwerk und Kunsthandwerk durch die sich beschleunigende Industrialisierung seit Mitte des 19. Jahrhunderts entgegenwirken.

 

©Museum Werdenfels
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Der Landkreis

Dieser Landstrich wird seit über 7000 Jahren von Menschen durchquert und besiedelt. Er stellt seit jeher eine wichtige Verbindung zwischen Norden und Süden dar. Aus vor- und frühgeschichtlichen Pfaden entwickelte sich die römische Heerstraße Via Raetia, die durch Partenkirchen und weiter durch das Ammertal führte. Seit dem Mittelalter florierte dann der Fernhandelsverkehr, der über das Rottwesen organisiert war, zwischen Venedig und Augsburg und in Richtung München. Durch die prosperierende Wirtschaft blühten Kunst und Gewerbe auf.  Die Region von der Zugspitze bis nach Wallgau und von Oberau bis in die Scharnitz war durch den Kauf von Garmisch (1249), Partenkirchen und Mittenwald (1294) in den Besitz des Hochstifts Freising gekommen. Die Grafschaft Werdenfels unterstand also nicht der bayerischen Regierung, sondern dem Bistum Freising. 1803 endete mit der Säkularisation die Herrschaft des Hochstifts Freising, die Grafschaft Werdenfels kam zum Königreich Bayern. 

 

©Museum Werdenfels
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Das Gebäude

Bereits um 1200 stand an derselben Stelle, an der sich heute das Museum befindet, ein Gebäude an der durch die heutige Ludwigsstraße führenden Fernhandelsstraße. Das jetzige Museumsgebäude ist ein 1747 erbautes Handelshaus das „Zum Schlamp“ genannt wurde. Gebaut hatte es die Familie Samweber, die den Hausnamen „Schlamp“ führte. Spuren der Funktion als Handels- und Ballenhaus lassen sich auch heute noch im Gebäude entdecken: die Räume mit den hohen Gewölben im Erdgeschoss waren für die Lagerung von großen Waren gebaut worden und der gesamte Boden führt im Gang schräg nach hinten unten, damit Fässer leichter gerollt werden konnten. Die großen Schächte im Treppenhaus und im Lichthof waren jeweils mit einem Flaschenzug ausgerüstet, so dass Güter in den oberen Stockwerken gelagert werden konnten. Dank eiserner Fensterläden, Brandschutzwänden und einer feuerfesten Dacheindeckung hat das Haus als einziges den großen Marktbrand 1865 überstanden. 

©Museum Werdenfels
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Obwohl die wirtschaftliche Lage gerade Anfang der 1920er Jahre äußerst schwierig war, gelang es engagierten Bürgern, die einen Museumsverein gründeten, zusammen mit dem Bezirk Werdenfels als Träger, ein Museum zu realisieren. Am 21. Mai 1925 konnte das neugebaute „Werdenfelser Bezirksmuseums“ am heutigen Rathausplatz eröffnet werden: Neun Räume auf zwei Geschossen, unterteilt in eingerichtete Stuben und Sammelräume. Nachdem das Haus für die anwachsende Sammlung zu klein geworden war, zogen die Bestände 1973 in das heutige Museumsgebäude. Bei der Einrichtung des neuen Museums wurden die im alten Gebäude 1925 gestalteten Stuben weitgehend identisch wiederaufgebaut, die Sammlungsräume wurden erweitert und zudem ein Sonderausstellungsraum eingerichtet. 2018 wurde das Haus durch einen zeitgemäßen Anbau und einem großzügigen Sonderausstellungsbereich erweitert. Das Museum umfasst mittlerweile um die 1600 qm Ausstellungsfläche.

 

 

©Museum Werdenfels
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Die napoleonischen Kriege führten zu starken wirtschaftlichen Einbrüchen. Erst nach 1815 konnten sich Handel, Gewerbe und Kunsthandwerk langsam wieder erholen. Die Holzschnitzerei in Oberammergau - dort, im Staffelseegebiet und in Murnau die Hinterglasmalerei, der Geigenbau in Mittenwald und auch die Wetzstein-Herstellung in Unterammergau und Ohlstadt prosperierten. Holzverarbeitung und Flößerei auf Loisach und Isar blieben weiterhin wichtig. Letztendlich aber war die Region im 19. Jahrhundert vor allem agrarisch geprägt. Viehzucht und Milchwirtschaft, besonders die Almbewirtschaftung waren für die meisten Menschen hier die Haupteinkommensquelle.
Der entscheidende Wirtschaftsfaktor war schließlich der Aufschwung des Fremdenverkehrs - zuerst im Voralpenland und in der Folge auch im Gebirge. Seit den 1870er Jahren wurde langsam der Sommertourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle 

©Museum Werdenfels
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2019 wurde ein zeitgemäßer Anbau mit einer spannenden modernen Architektur eröffnet. Hier werden u.a. die wechselnden Sonderausstellungen gezeigt. 

©Museum Werdenfels
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Museum Werdenfels e.V.
Ludwigstraße 47
82467 Garmisch-Partenkirchen

08821 - 751710
info@museum-werdenfels.de
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Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr.
An gesetzlichen Feiertagen auch Montags geöffnet.

Tickets

Eintritt ab 4,50 €
Parken in der Tiefgarage 2 Std. kostenlos
Mehr Informationen

Instagram

@museum_werdenfels